Wieder zurück, 1.kalt - 2. Yes Mika 3. kalt 4. Koffer weg

Wenigstens kann man sich auf die Fluglinien verlassen und darauf, dass schon wieder mein Koffer weg ist ! Mein Radkoffer hat es nicht zurück nach Frankfurt geschafft. War ja klar !

Dennoch bin ich ganz gut zurückgekommen. Mein Plan mit Hilfe einiger Schlaftabletten, endlich mal im Flieger schlafen zu können, schlug fehl. Glockenhellwach war ich den ganzen Flug über. In der ersten Maschine habe ich einen super Emergency-Exit Platz gehabt mit viel Platz und so. Dort hätte ich schlafen können, hielt mich aber wach, da ich ja im nächsten Flieger pennen wollte. Dort hatte ich aber dann einen beschissenen Platz, zwar am Gang, aber kein Platz und ständig diese dicken Leiber, die sich über meine Beine drüber wuchten mussten und mich so permanent gestört hatten. Egal, war noch einigermassen fit dann in Frankfurt gelandet, Stefan hat uns ja freundlicherweise abgeholt, ab nach hause, duschen und schnell zu meinem Zwerg. Man war das schön, ihn endlich mal wieder in den Arm nehmen zu können. Er hatte sich dann auch sehr gefreut, womit mir ein Stein vom Herzen gefallen ist. Dachte schon, vielleicht wäre er erst mal etwas distanziert, nach der langen Zeit, aber kein Gedanke. Im Gegenteil, wollte ich ihn nur kurz besuchen, dann zwei Stunden schlafen, um ihn dann etwas fitter zu holen, wollter er nicht mehr ohne mich sein und gleich mit zu mir. Diesen Wunsch wollte ich ihm dann natürlich nicht ausschlagen und wir haben so den Nachmittag verbracht. Zwar “nur” auf der Couch, weil ich einfach nicht zu mehr in der Lage war, aber er hat sich sichtlich gefreut und ich natürlich auch. Am Nachmittag hat ihn dann die Mama wieder abgeholt und er hat zwar geweint, aber wir konnten ihn beruhigen, da er ja ab Mittwoch bis Sonntag dann bei mir ist. Ist einfach schön, ihn wieder gesehen zu haben und ich freue mich nun auf die Tage, die ich ihn haben werde…

Gut, kommen wir mal zur Abrechnung mit diesem Trip, dem Fazit: sportlich gesehen war es ganz klar eine Katastrophe! Die Enttäuschung sitzt schon tief und es ist nun Zeit, einige Fehler einzugestehen. Vielleicht hätten wir schon den ein-oder-anderen Tag eher zur Wettkampfstrecke fahren sollen, um sich besser vorzubereiten und vielleicht hätte ich mich dann etwas eher an die kalten Temperaturen im Wasser gewöhnt, oder dieses Problem mit der Verspannung im Rücken wäre eher aufgetreten und hätte so verhindert werden können. Naja, sowas wie mit meiner Radflasche hätter gerade mir eigentlich nicht passieren dürfen. Man sollte eben nix im Rennen ausprobieren und das mir meine “Energy-Flasche” runtergefallen ist, lag eindeutig an der nagelneuen Halterung, die mir der Radshop in Tucson da drangeschraubt hatte. Sieht toll aus, aber bei einem der Schlaglöcher ist sie dann eben weggeflogen. Das mit den CEP-Socken war auch nicht so gutgelaufen. Durch die Kälte im Wasser, hab ich die Teile eben einfach nicht so gut anbekommen. Ich hatte sie schon einen ganzen Tag zuvor getragen und die ganz abgerollt, um sie leicht überzuschieben, aber das hat ewig gedauert und meine Zeit in der Wechselzone T1 zeigt das auch mit 5:36min. Hier habe ich ganz klar den Anschluss an die Spitze in meiner AK verloren, also ich meine die schnellen Radler. Platz 33 in meiner AK nach dem Schwimmen und 186 gesamt, waren nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass die Ami´s wirklich gute Schwimmer haben. 1:01 h ist nicht die Zeit, die ich mir vorher ausgerechnet hatte, aber die Strecke war eindeutig etwas länger gewesen und die relativ gute Platzierung zeigt das auch. Auf dem Rad war ich trotz der ganzen Probleme mit meinem Rücken relativ gut unterwegs. 17. in meiner AK auf Platz 69 im gesamten Feld waren das Ergebnis meines “Ritts”. Wie schon erwähnt, hatte ich von Anfang an Taubheitsgefühle in meiner Körpermitte, konnte nicht pinkeln und die gedrückte Sitzposition auf der Rennmaschine haben ihren Teil sicher dazu beigetragen. Dann noch der Verlust meiner Kohlehydratflasche, … naja was soll ich sagen. Viel Pech, gepaart mit einigen Fehlern, dennoch mit 4:59h auf diesem Kurs und bei den Bedingungen mit starkem Wind und dann auch noch drehenden Wind auf der letzten Runde und auf der Bergabpassage, auf der ich mich eigentlich bisserl erholen wollte, bin ich eigentlich sehr zufrieden. Platz 17 in meiner AK und Platz 69 im gesamten Feld sind bis dahin absolut gut gewesen. Der zweite Wechsel war dann ok und mit 1:32min. gut. Bis dahin hatten mich meine Probleme mit der Taubheit im genitalen Bereich und am Hintern nicht so gestört, aber schon bald beim Laufen machten diese sich dann richtig bemerkbar. Und hier kam der nächste Fehler, ich habe zu viel auf eine Karte gesetzt und bin dann wohl noch zu schnell losgelaufen. Die Quittung bekam ich dann halt auch sehr schnell. Wäre ich hier nur etwas verhaltener losgelaufen, wäre ich vielleicht wenigstens ins Ziel gekommen und hätte meinem Jungen die versprochene Medaille mitbringen können, … egal, hilft kein Gejammer und beim Blick auf die Hawaiiqualifikanten, wäre es hier eh sehr sehr eng mit einem der begehrten Plätze geworden. Der letzte Platz in meiner AK ging mit 9:29,53 weg. Da hätte ich schon einen Marathon mit 3:23h laufen müssen, um vor diesem zu bleiben. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, muss ich mir wohl eingestehen, dass das auf der wirklich anspruchsvollen Strecke nicht drinnen gewesen wäre. Mit einem schnelleren Wechsel und mit dem Einlassen auf “Gruppenfahren” ja, vielleicht hätte ich das erreichen können und wäre nochmal 5 Minuten schneller geradelt, etwas entspannter vom Rad runter usw., dann wäre da ein kleine Chance gewesen, aber 1. hilft nun kein Jammern und 2. mag ich das mit dem Windschattenfahren einfach nicht, auch wenn es in vielen Teilen des Rennens kaum möglich war, “100%” sauber zu fahren. Dafür waren einfach zu viele auf der Strecke unterwegs…

Also, ich wollte ja zum Fazit kommen: Es war einfach nicht mein Tag und das ist eben das Risiko in unserer Sportart. Alles richtet sich auf einen Tag im Jahr aus. Hat man da das falsche Füsslein zuerst aufgesetzt, kann die Vorbereitung noch so gut gewesen sein, dann wird das eben nix. Damit muss ich mich nun abfinden und das kann ich auch. Die Enttäuschung ist -auch trotz des langen schönen Urlaubs danach- noch deutlich spürbar und ich habe ein Gefühl von “unvollendet” im Körper und “noch ne Rechnung offen”, aber diese muss nun eben ein paar Jahre warten. Ich will und werde nun erst mal etwas Zeit mit meinem Gnom zuhause verbringen und mit ihm die Welt bereisen. Da freue ich mich drauf und der Sport ist erst mal etwas nach hinten gerutscht. Keine Angst, ich bleibe dem Triathlon treu und auch der Lauferei, aber es werden nun erst mal keine 15-20 Stunden mehr pro Woche werden und Verzicht auf so viele Sachen, sondern eben “nur” bis zu 10 Stunden pro Woche und Verzicht auf nix ! ;o)

Meine Ziele werden nun mal zu Beginn des Jahres ein Marathon im Mai oder so werden, den ich gerne unter 3 Stunden laufen möchte. Danach dann gezielt etwas Training auf die Kurztria´s, sprich für die Liga mit meinem “behinderten” Team, und dann schauen wir mal. Ach ja, die Reise Ende September nach Hawaii zum IM Anfang Okt. ist ganz oben auf meiner Liste. Ich schaue mir das Spektakel nun eben schon mal ohne Startnummer um den Bauch an. Da freue ich mich riesig drauf, auch da mein Buddy Renato am Start sein wird, der sich mit einer tollen Leistung in Arizona erneut einen Slot für Kona erkämpft hat. Mika kommt da hoffentlich mit hin und somit werden wir hier eine schöne Zeit haben…

Fazit des Urlaubs nach dem Rennen und ohne sportlichen Aspekt: SENSATIONELL ! Es war einfach traumhaft ! Dieses Erlebnis ist grandios gewesen. Unabhängig und völlig frei mit solch einem Monstrum von Camper durch die USA zu cruisen ist gigantisch. Eine ganz andere Welt und ich hatte ne Menge Spaß. DAS kann ich wirklich nur jedem mal empfehlen. Ein grandioses Event und Abenteuer… Danke Yankee für diese Möglichkeit… Amazing…..

Gut, und nun, …. ich bin zurück und noch im Jetlag gefangen, und noch nicht richtig wieder angekommen, aber das wird sicher nur ein paar Tage dauern… Dennoch werde ich diesen Blog dann wohl fürs erste mal “einstampfen” denn, was soll ich noch berichten und wen ihteressiert das hier noch. Ohne grosse Pläne und geplanten Events ist mein Leben nicht sooo wichtig, als das ich es hier preisgeben müsste. Es hat mir megamässig viel Spass hier bereitet zu schreiben und zu berichten und wenn ich mir die Kommentare und auch die Besuchszahlen meines Blogs so anschauen, haben mich hier ne ganze Menge Leute begleitet und meine Beiträge gelesen. Das hat mir stets viel geholfen und der viele Zuspruch hierüber war sensationell und dafür danke ich euch allen. Wer weiss, vielleicht hole ich den Blog dann in ein paar Jahren wieder raus, wenn ich erneut mal versuche, auf diese blöde Insel zu kommen ! ;o)

Lasst es euch allen gutgehen, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und ein sensationelles Jahr 2010 und denkt immer daran: AWG !!! … irgendwann jedenfalls….
Euer Iron-Sasch.

PS: schöne Grüsse von Santa Claus, den ich in Philli am Flughafen getroffen habe

santa.JPG

1 Antwort auf “Wieder zurück, 1.kalt - 2. Yes Mika 3. kalt 4. Koffer weg”

  1. Der Petermann sagt:

    Wenn du den Blog einstammpfst muß ich ja noch so etwas wie letzte Worte schreiben:

    Hat immer Spaß gemacht deinen blog zu lesen… Viel Spaß mit deinem Gnom
    und vor allem: Es gibt ein Leben mit einem BMI über 25 :-)

    Grüße aus dem MTK
    Der Petermann

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