Archive für 14.7.2009

So, jetzt aber, hier mein 12.7.2009

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Also mal eines vorneweg, so nach zwei Tagen Abstand: Hey, ich habe eine neue Bestzeit hingelegt und mein eigentliches Ziel, einen schnellen Marathon unter 3:30h zu laufen ja fast erreicht!
Und nun zu den AAAABER: ich habe sowas noch nicht erlebt, so ein schlechter Tag für mich und so viel, was mir passiert ist, unglaublich. Magenprobleme hatte ich noch nie in einer Langdistanz, kotzen musste ich noch nie in einem LD-Rennen, auf Toilette musste ich noch nie bei einem LD-Rennen, mein iPod, auf den ich mich so gefreut hatte, ging auf einmal nicht, ich bin sogar angehalten, weil ich während dem Laufen das Display nicht erkennen konnte, hab ihn dann weggeschmissen, und und und. Mir sind so viele Sachen passiert, aber mal der Reihe nach:
Die Vorbereitungen waren ja relativ super, kann man so nachbetrachtend ja ruhig behaupten. Kleine Aussetzer gibt es immer und bis auf mein Schwimmdefizit, fühlte ich mich so fit wie nie zuvor. Also ab nach Roth. Im vierer-Team macht sowas natürlich besonders viel Spass und mit einer so tollen Betreuung war das wirklich ne ganz leichte Sache für uns vier, die am Sonntagmorgen an den Start gehen sollten. Wir hatten ein Service-Fahrzeug, das unser Equipment da runter gekurvt hatte ! VIELEN DANK STEFAN !!! Wir hatten Begleiter, die sich für uns um alles gekümmert hatten ! DANKE ELA, MIRA, DIE KIDS UND AUF JEDEN FALL AUCH HORST !!! Wir hatten Supporter auf der Strecke, die einem solch einen Tag einfach “einfacher” machen ! VIELEN DANK STEFFI MARIE UND BORBI !!! Und wir hatten uns vier, die sich immer wieder gegenseitig halfen und motivierten ! DANKE LARS STEPHAN UND BENNY ! Das hat richtig Spass gemacht…
Somit sind wir also am Freitag angereist und direkt die Unterlagen geholt. Dann ab ins Hotel und kräftig gefuttert. Doppelte Portionen und selbst die Bayern haben uns komisch angeschaut, als wir geschlossen die doppelten Portionen Käse-Spätzle mit Salat auch noch restlos verdrückt hatten. Danach noch ein Eis (hahaha) ein paar Weizen und ab ins Bettchen. Am Samstagmorgen dann ein Morgenläufchen, ausgiebiges Frühstück und schon war auch unser ServiceMobil angekommen mit der wertvollen Fracht: unseren BIKES !!! Die schon gepackten Tüten eingepackt und gleich Richtung Roth und dem Main-Donau-Kanal, in dem auch geschwommen werden sollte. Dort angekommen noch mal kurz mit dem “ein-oder-anderem Rad” in den Bikeladen und noch mal letzte Einstellungen vorgenommen und dann mal ein paar KM das Material final testen, ob alles passt und nix mehr klemmt. Danach direkt die Karren und den Laufbeutel abgegeben. Nun sind wir wieder zurück in unsere Homebase in Greding, was direkt an der steilsten und anspruchvollsten Stelle der Radstrecke liegt. Dann herrschte nur noch ein Ruhe, gepaart mit Nudeln und ein paar letzten Weizen. Da wir früh raus sind und ich auch das die ganze Woche so celebriert hatte, war ich schon am frühen Abend sehr sehr müde. Letzmalig noch mal die Beutel kontrolliert, den Body glatt rasiert und dann ging es ab ins Bettchen und um 22 Uhr muss ich wohl auch geschlafen haben, wie ein kleines Baby. Super Nacht, keine Aufregung, keine Blutzuckerprobleme, alles bestens und gegen vier Uhr ging es dann hoch, angezogen und ab zum Frühstücken. Hier konnte ich dann fix, unter staunender Beobachtung meiner Mitmenschen, drei Brötchen mit Honig oder Marmelade verdrücken und schon ging es gen Kanal. Ab in die Wechselzone, Luft auf die Reifen, Druck aus dem Darm und Getränke vorbereitet. Dann irgendwann den Neo an und ab ins Wasser. 6:55 Uhr war ich dann der Erste aus unserer “Roth-Connection” der sich in die Fluten stürmen durfte. Das Schwimmen ist schnell abgehandelt: keine besonderen Vorkommnisse, ist mir sehr locker und leicht gefallen und ich war nun mehr als überrascht, als ich unter einer Stunde geblieben bin. DAMIT hatte ich ganz sicher nicht gerechnet, hatte eher noch unterwegs das Gefühl, ich wäre wesentlich langsamer geschwommen… Aber egal, um so besser !!! ;o)
Raus aus dem Wasser, Neo aus, die stylischen Söckchen bereits an plus Radhose, für die ich mich kurzfristig entschieden hatte, da ich ja einen gemütlichen Wettkampf geplant hatte, gönnte ich mir die fünf Sekunden, und ab aufs Rad. Dann ging das Elend auch schon los. Direkt die ersten Schlucke aus meiner Pulle drückten mir auf den Magen. Gleich von Anfang an hatte ich Probleme mit dem Trinken, von Anfang an hatte ich leichtes Sodbrennen und hatte permanent das Gefühl, ich müsste aufstossen, ging aber nicht. Auch hier kann man es kurz machen, ich habe dann insgesamt drei Mal auf dem Rad mich übergeben müssen und hatte deswegen mehrfach ans Aufgeben gedacht, da ich ja nicht wusste, wie das meinem Blutzucker so bekommt. Ich hatte den Eindruck, dass die Kh´s, die ich eingeschüttet hatte, immer wieder rauskamen. Ob Banane oder sonstwas, immer wieder musste ich mich “linksmachen” ! Zudem musste ich pro Runde ein mal pinkeln, was auch für mich völlig neu ist. Ich muss normal NIE pinkeln, auch wenn wir lange Ausfahrten gemacht hatten, habe ich mich immer über die Anderen lustig ob derer schwachen Blase gemacht. Nun war ich einer von IHNEN ! ;o)
Ich teilte mir nun das Rennen in Etappen auf und wollte immer wieder schauen, wie es mir geht. Natürlich wollte ich nicht so einfach aufgeben, wenn ich aber tatsächlich Probleme gemerkt hätte mit meinem Blutzucker, wobei das nicht so einfach während dem Sport ist, wäre ich dann doch lieber rausgegangen. Auf der Laufstrecke würde Stefan mit einem Testgerät auch mich warten, vielleicht schaffe ich es ja bis dahin…
Ab KM120-140 ging mir die Power aus. Ich merkte richtig, dass kein Druck mehr aufkommt in meinen Beinchen. In der Gerade, auf der ich eigentlich richtig gas geben kann, kam ich nicht richtig voran. Am Berg musste ich mich echt quälen. Bin ich zuerst die ganze Zeit mit nem 35-37er Schnitt unterwegs gewesen, ging ab da nicht mal mehr ein 33er Schnitt. Erst zum Schluss und nach dem letzten Übergeben bei 145 oder so, ging es mir wieder etwas besser und ich konnte für die letzten 25km wieder über einem 37er fahren. Sehr, sehr merkwürdig dachte ich so bei mir, und schauen wir mal, was der Marathon nun noch bringt. Ich also nach einen normalen Wechsel los, natürlich wollte an solch einem Tag die Garmin erst nicht gehen und dann später schon mit ein paar KM drauf, wohl der Lauf vom Samstagfrüh. Egal, an so einem Tag ja nicht sehr verwunderlich. Gin erst ganz gut, die Beine waren natürlich nach der “Spazierfahrt” relativ fit und locker, aber mein Blutzucker auf 75 runter, und das, wo nun mein höchster Bedarf ist, direkt nach dem Radeln auf den ersten Lauf-KM. Und die Strecke ist bei weitem nicht so locker, wie ich es eigentlich gedacht hatte. Gleich zu beginn paar mal hoch und wieder runter und dann ab an den Kanal. Hier lief es erst mal super. Nach dem meine Garmin dann auch bei mir war, lief ich alles um 4:45 bis 4:55 min. pro KM. Wollte eigentlich ja lockerer angehen, aber nach dem meine Beine sich so gut angefühlt hatten, wollte ich nun endlich auch mal “SPASSHABEN” ! ;o) Naja, das ging dann bis zum kurz vor dem ersten Wendepunkt auch gut, dann musste ich urplötzlich wieder kübeln und mir wurde ganz anders. War´s das nun? Ich habe direkt an der nächsten Verpflegung dann doch mal Cola genommen, gleich zwei Becher! 1. soll Cola ja den Magen beruhigen und zweitens brauchte ich nun aber ganz dringend Kohlehydrate. Am Wendepunkt sah ich dann auch schon Lars, der nur noch gute 250 Meter hinter mir war, obwohl ich 5 Minuten vor ihm gestartet war. Bei ihm schien es also super zu laufen, freute mich für ihn ! Aber was mach ich nun? Aufgeben wollte ich immernoch nicht ! Sollte ich lieber ein paar Meter gehen ? Ach quatsch, ich biss auf die Zähne, musste aber schon direkt nach dem Übergeben etwas rausnehmen und lief nun den kompletten Weg wieder zurück mit um die 5:15-5:30min. pro KM und das ging dann auch. Musste zwar permanent noch aufstossen, aber es würgte mich zum Glück nun nicht mehr. Ich wollte nun bis zum Scheitelpunkt der ersten und zweiten Schleife durchhalten, dort konnte ich wieder meine Werte bestimmen und wollte dann entscheiden. Ging also, Schritt für Schritt, KM für KM. Lars kam immernoch nicht auf mich aufgelaufen, was mich doch ein wenig verwunderte. Egal, ich musste mich nun um mich kümmern. Recht zügig kamen dann auch noch Benny und Stephan mir entgegen und sie sahen beide gut und fit aus. Schön, also wollte ich nun auch durchkommen !
Am Schnittpunkt der Schleifen stand dann auch endlich Steffi da mit meinem Testgerät und ich konnte messen. 95 ist zwar kein perfekter Wert aber anscheinend hatte die Cola mich bis hierher gebracht. Und dann kam wohl die Erlösung. Stefan hielt mir meine Maltdextrin Flasche hin und ich konnte das ganze Ding in einem Riss leertrinken. Dafür bin ich sogar kurz angehalten. Dann wollte ich noch meinen iPod haben, um mich ein wenig abzulenken. Ich lief los und versuchte mir das Teil an den Arm zu pappen. Aber es kam keine Mukke aus den Kopfhörern, also wieder bin ich einfach stehengeblieben, ich wollte nun meine Musik hören, das Display war beleuchtet, aber es kam keine Mukke raus. Ich hab das Ding dann einfach ein paar Leuten hingeworfen und gesagt, ich hole es gleich wieder ab ! ;o)
Aber wie gesagt, ich hatte kaum mein Getränk unten, da löste sich meine ganzen Bauchverkrampfungen auf und ich hatte kein Sodbrennen mehr, keine Übelkeit, kein gar nix. Nun begann endlich mein Langdistanzrennen, bei KM 205 etwa ! Komisches Ding ! Hmmm, wie schnell war ich denn nun eigentlich unterwegs, wie lange überhaupt ? Ich hatte mir den gesamten Marathon überhauptkeine Gedanken um meine Endzeit gemacht, nur darum, ob ich überhaupt ankommen würde… Ich hatte ja nicht mal ne aussagekräftige Zeit auf meiner Garmin, also schaue ich mal auf die Uhrzeit. So, nun bin ich aber 6:55 Uhr gestartet! Wisst ihr wie schwer es auf einmal ist, mit so ner krummen Zeit zu rechnen ? Mir ist es ums verrecken nicht gelungen, mal ne vernünftige Aussage und Hochrechnung hinzubekommen. Geschlagene 2km habe ich gebraucht, bis ich erkannt hatte, “hey, das könnte für ne 9:59h reichen!”, dann noch mal gerechnet. “Hey, das ist ja noch bisserl schneller”, Sage und schreibe 5km (jaja, lacht nur, aber die Strecke wird kürzer und die Zeit entsprechend länger beim Laufen!) hat es gedauert, bis ich realisiert hatte, das ich sogar ne neue Bestzeit erreichen könnte. Der Rest ist schnell erzählt, ich bin die letzten 12km in 58min. gelaufen und somit immer unter dem 5er Schnitt. Ich konnte es nicht glauben, wie leicht mir das nun gefallen ist. War wie ne Erlösung. Am letzten Wendepunkt hab ich dann noch mal Lars gesehen, der immernoch knapp hinter mir war, dann musste ich auch hier noch mal pullern und uns trennten keine 100m mehr. Aber wie gesagt, diese 12km bin ich gerannt wie ein frischer Mensch und da hab ich ihm dann doch noch mal um die 5 Minuten abgenommen und er ist sicherlich kein schlechter Läufer !!! Ich habe so so viele wieder eingeholt, die mich vorher überholt hatten, das kann man sich gar nicht vorstellen!
In jedem Fall am Kanal zurück, mein iPod habe ich natürlich nicht mehr wiederbekommen und weiter Richtung Ziel. Bei km41 noch die brutale Rampe hoch, die noch mal die Beine leiden lässt und dann wird es immer lauter und das Ziel kommt immer näher und nun ab in den Park. Die Strecke wird immer enger, die Zuschauer halten dir die Hände hin und ich rechnete immernoch nur anhand meiner Uhrzeit auf der Garmin. Hoffentlich stimmte die wenigstens, die hatte ich noch nie zuvor gebraucht oder kontrolliert. Ab ins Ziel ! Keine Ahnung, die Anzeige über dem Ziel zeigte irgendwas mit 10:xx oder so an. Egal, ich hatte es tatsächlich geschafft und war angekommen. Ich drehte mich dann gleich wieder um und wartete auf den Lars. Mir ging es gar nicht so schlecht, wie sonst im Ziel mit “Zusammenbrechen” und so, ist mir dann irgendwann mal aufgefallen, aber irgendwie kam der Junge nicht rein. Ich wusste nun auch nicht, ob ich noch vor ihm war, oder ob er noch Vorsprung durch seinen späteren Start hatte, war ja eigentlich auch egal, klar vergleicht man sich, aber das ist weit weg von Rivalität oder so. Ich wusste, er müsste es eigentlich auch geschafft haben, sein grosses Ziel, nach all den Jahren endlich mal unter 10 Stunden zu bleiben. Und dann kam er! Fettes Grinsen und Lachen im Gesicht und wir vielen uns in die Arme. Geile Sache…
Wir sind dann direkt weiter in den Athleten Bereich, ein Erdinger gegriffen und ab auf die Massage-Bank. Ich hatte noch immer keine Ahnung, wie meine Zeit nun war, es muss was um 9:44 oder 9:45 gewesen sein, sagt ich zu Lars. Er hatte bei sich ne 9:44 gestoppt. Ich sagte ihm, wie schlecht es mir ging und dass ich wohl unsere Privat-Wette verloren hatte, wollte ich doch 3:30 h im Marathon laufen. “3:39h müssten es gewesen sein” berichtete ich ihm. ALLES FALSCH! Ich hatte einfach keinerlei Zeitangaben und alles ziemlich falsch berechnet. Aber gut, ich hatte mich zu meinen Nachteil verrechnet. Der Marathon sollte mir 3:32:33 gestoppt werden, was einen 5:02min./km Schnitt ergibt und mit 9:43:56 war ich genau 34 Sekunden schneller als Lars. Aber das war wirklich absolut zweitrangig. Wir wollten nur noch feiern und die Flasche Champus, um die wir gewettet hatten, sollte ich aufgrund der Bedingungen dennoch bekommen ! Hahahaha…
Kurze Zeit später kamen dann auch noch Stephan mit 10:10 und Benny mit 10:11 ins Ziel, die ähnlich knappe Abstände zueinander hatten, wie wir beide. Lustige Geschichten, die da so rauskommen bei solch einer langen Wettkampfdauer !!!
Über glücklich waren wir alle vier mit PERSONAL BEST in Roth angekommen und hatten ein tolles Rennen und ein super Wochenende. Wenn auch mein Rennen nun so der art chaotisch abgelaufen ist, war es ja trotzdem ein Erfolg. Ich bin trotz der wenigen Schwimmeinheiten und KM´s unter einer Stunde geschwommen, trotz der Magenprobleme und den “Auswürfen” auf einer alles andere als leichten Radstrecke, die 2km zu kurz ist, mit 5:03 absolut im Soll und der Lauf war unter den Umständen ein BRETT ! Die 3:32 haben mir sicher nicht viele zugetraut und das, obwohl ich erst spät überhaupt richtig loslegen konnte !!!
Fazit: Roth ist ein schöner Wettkampf! Was alleine am Solarer-Berg los war, ist nicht zu beschreiben. Ich bin dort mit Gänsehaut von wohl mehr als 10000 Menschen den Berg hochgeschriehen worden, die wirklich erst kurz vor einem die Gasse frei machen… Bekloppt sind die dort gewesen, echt ! Aber GEIL !!! Es ist eine schnelle Strecke, aber auch hier muss man sagen, die Wellenstarts sind kein probates Mittel gegen das Windschattenfahren. Wurde schon viel “gelutscht” aber egal, ich bin ja eh mein Rennen gefahren und wenn man meine Zeiten anschaut, kann man gut erkennen, dass ich mich sicher daran nicht beteiligt habe. Aber es ist schon schade, wenn man die Leute sieht, die einfach keinen fairen Sport betreiben möchten… Schade !!!
Ein wenig Wehmut verspühre ich allein wegen der Tatsachen, das ich nicht weiß, was wirklich am Sonntag möglich gewesen wäre, aber das hebe ich mir einfach für den “richtig-wichtigen” Wettkampf im November auf. Mir geht es nun am Dienstag schon wieder richtig gut, meine Beine spüre ich lange nicht so schlimm, wie bei meinen letzten langen Rennen, dennoch heisst es nun erst mal : BEINE HOCH !!!
Mehr kommt sicherlich noch die Tage, der Text hier ist ja schon wieder lange genug geworden.
Abschliessend noch ein paar Bilder und Schnappschüsse vom Wochenende und DANKE FÜR DIE GANZE UNTERSTÜTZUNG UND DEN GANZEN ZUSPRUCH VON EUCH ALLEN !!!

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